Herzlicher Abschied von  Bernhard Ottinger-Kasper

Herzlicher Abschied von Bernhard Ottinger-Kasper

Nach 33jähriger engagierter Tätigkeit wurde am ersten Adventswochenende Pfarrer Bernhard Ottinger-Kasper in „seiner“ Stadtkirche in Chorweiler verabschiedet.

Nachdem schon am Vormittag zur normalen Gottesdienstzeit die Kirche überfüllt war, gab es auch zu seiner offiziellen Verabschiedung am Nachmittag kein Platz mehr (wobei für nicht angemeldete Gäste auch noch eine Übertragung in die benachbarte katholische Kirche organisiert war).
In seiner letzten Predigt als aktiver Pfarrer nahm er einen Vers aus dem Korintherbrief zur Grundlage dafür, noch einmal das zu betonen, was ihm stets wichtig war: „Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht der Menschen Knechte!“ (1. Korinther 7, 23) Dabei spannte einen Bogen von Mose über Jesus bis zu Martin Luther und denen, die heute mutig Widerstand gegen Unmenschlichkeit leisten.

Pfarrer Markus Zimmermann, Superintendent des Kirchenkreises Köln-Nord würdige ihn als engagierten Pfarrer auch über die Gemeindegrenze hinaus (im Pfarrkonvent und als Notfallseelsorger) und segnete ihn zu seinem Eintritt in den Ruhestand. Im Grußwort bezeichnete er ihn als „echte Type“, woraufhin spontan zustimmender Beifall aus der Gemeinde kam.

Auf seine Eigenart mit Ecken und Kanten wies auch sein Kollege Wilfried Seeger hin, Vorsitzender des Presbyteriums und langjähriger Weggefährte im Amt. Dass es dabei auch mal strittige Themen gab, wurde nicht verschwiegen – ebenso wenig wie die anschließenden herzlichen Versöhnungen. Außerdem betonte er seine selbstverständliche Hilfsbereitschaft: „Wenn jemand dich nachts um halb vier anrufen würde, weil er Problem mit seiner Waschmaschine hat, dann würdest du ein paar Minuten später auf der Matte stehen.“ Als Geschenk überreichte er einen Gutschein für eine Dom-Führung sowie einen einmaligen (!) Bildband über Gegenstände der Stadtkirche.

In seinem Grußwort danke auch der katholische Kollege von „nebenan“ Pfarrer Ralf Neukirchen aus der Gemeinde für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, durch die „wir gemeinsam für die uns anvertrauten Menschen den Himmel ein Stück offen halten sollen“ sowie für das herzliche und selbstverständliche Miteinander und machte ein besonderes wertvolles Geschenk aus dem Nachlass des Namenspatrons der Gemeinde, Papst Johannes XXIII.
Und auch die Mitarbeitenden der evangelischen Kita Usedomstraße ließen es sich nicht nehmen (obwohl sie schon intern eine kleine Abschiedsfeier hatten), noch einmal in einem Grußwort für die jahrzehntelange Begleitung zu danken.

In seiner Dankesrede gestand schließlich Bernhard Ottinger-Kasper: „Ich gehe mit einem lachenden Auge“ und bekannte, dass seine Frau und seine Söhne oft auf ihn verzichten mussten. „Heute überwiegt allerdings das weinende Auge“, einfach weil er sehr gerne in dieser Gemeinde gearbeitet habe. Aber er freue sich auch, das seine Nachfolge gut geregelt ist: Die ebenfalls anwesende Pfarrerin Friederike Fischer wird am 13. Dezember um 17 Uhr an gleicher Stelle eingeführt.

(Autor: Pfarrer Volker Hofmann-Hanke)